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Mobiles Foltermuseum (18.04.2016)

Mir kam beim Frühstücken die Idee eines modernen Foltermuseums.
  • Wie sieht Waterboarding wirklich aus?
  • Probesitzen im Palestinian Chair
  • Wie war die Dunkelhaft von Manning?
Toll wäre eine mobile Wanderausstellung als moderne Ergänzung zu mittelalterlichen Foltermuseen. Man braucht nicht immer nur die Vergangenheit aufarbeiten, irgendjemand muss sich auch um die Gegenwart kümmern!


Kaum ist die Netzneutralität abgeschafft kommt T-Systems (Internet-Provider) daher und drosselt die Leitung ihrer Kunden zu Hetzner (großer Server-Betreiber in Deutschland). Und verlangt Kohle von Hetzner damit sie wieder vernünftig angebunden werden. Hetzner legt das auf seine Kunden um - gut so.
Und es gibt schon etliche andere Meldungen in dieser Richtung.

Oh, diese Innovation!
Kann bitte jemand den Vollpfosten im EU-Parlament das Internet auf 5kb/s drosseln, beruflich und privat? So als Denkanstoß und Innovationsschub?

Netzneutralität (29.10.2015)

Das EU-Parlament hat die Netzneutralität beerdigt. Sie nennen es zwar anders, aber zwei Tage danach gieren schon die ersten Telcos nach Mehreinnahmen.

Die Netzneutralität abzuschaffen stärkt große Telcos und Internet-Konzerne. Es behindert freien Wettbewerb und Innnovationen.
Sogar die USA haben es geschafft eine echte Netzneutralität einzuführen, so tief sind wir mittlerweile gesunken.

Spiegel (10.10.2015)

Der Spiegel schreibt dass man nicht gegen TTIP protestieren soll weil alle TTIP-Gegner Nazis sind.

Nur falls sich jemand fragt wieso niemand mehr klassische Medien ernst nimmt.

Plastiksackerl (29.04.2015)

Früher wurde Müll an den Wegrand oder in Flüsse geworfen und verrottete. In vielen Ländern wird das auch heute noch so gemacht, nur: Plastikmüll verrottet nicht. So ist Perus Fernverkehrsstraße 1N eine hunderte Kilometer lange Müllhalde aus der immer wieder Rauchsäulen aufsteigen (das sieht dann so, so oder so aus). Durch Regen wird der Müll ins Meer geschwemmt, dort ersticken Delphine und Schildkröten daran, andere Lebewesen fressen den Müll und er gelangt in die Nahrungskette.
Die EU versucht jetzt eine Besteuerung von Plastiksackerl, aber was soll man in Entwicklungsländern machen? Erstens weniger Plastiksackerl verwenden, zweitens nicht wegwerfen. Leicht gesagt, nur gibts dort halt oft keine Müllentsorgung. Anzünden? Vergraben?

Bildung wäre gut, Kinder in Schulen sind am leichtesten zu erreichen und überzeugen. Voluntäre die von Schule zu Schule fahren und Workshops machen. Wobei man nachrechnen müsste ob umherfliegende/fahrende Voluntäre nicht mehr Umweltverschmutzung verursachen als sie vor Ort dann vermeiden helfen.

Das wär mal eine lässige Reise: Bei Bildungsministerien anfragen und von Schule zu Schule radeln, dort dann die Workshops machen.


Ein Nachtrag zum Klimawandel-Artikel vom Rolling Stone Magazin:

1988 gab es in Toronto die erste größere Konferenz zum Thema Klimawandel. Ein NASA-Experte sagte, dass die aktuelle Erderwärmung zu 99 % Wahrscheinlichkeit von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen verursacht würde. Der Konsens war eine Reduktion der Treibhaus-Emissionen um 20 % bis zum Jahr 2005. Ein Jahr später, 1989, traf sich ein Haufen Umweltminister - darunter auch der Österreichische - in Noordwijk und vereinbarte diese Reduzierung um 20 %.

Heute, 25 Jahre danach, haben wir statt der Reduzierung eine Erhöhung um über 60 %. Der heutige CO2-Ausstoß ist mehr als doppelt so hoch wie damals 'vereinbart', und die Emissionen steigen weiter rapide an. Das einzige was meiner Meinung irgendwas bringen könnte ist peak oil.


Today I tried to get soundconverter to convert audio files to opus on a debian-based system. In the end I just had to install these packages:
  • soundconverter >= 2.0.4
  • opus-tools
  • gstreamer0.10-plugins-bad
Soundconverter then takes care of the rest and allows you to convert to opus. Yey!

Ecuador - Latacunga (28.03.2014)

Wenn bei einer Kompaktkamera das Objektiv schraeg wegsteht ist sie eher kaputt. Gewalt hat sich in Ecuador bewaehrt, zumindest bei Hunden - bevor ich meine vier Wochen alte Nikon P330 wegwerfe will ich versuchen das Objektiv gradezubiegen. In Latacunga, einem Kaff an der Panamericana, hab ich Zeit und frage herum. Alle Werkstaetten weigern sich das Ding anzufassen, und nach fuenfmal fragen stehe ich vor meinem letzten Versuch. Ich gehe ins Geschaeft, es liegen aufgeschraubte Kameras und Einzelteile herum, Volltreffer. Ich gebe meine Schraubstock-Gewalt-Taktik auf und lasse die Kamera hier waehrend ich auf den Cotopaxi kraxle.
Tags darauf komme ich muede und uebelriechend zurueck ins Geschaeft, das Objektiv ist wieder gerade. In Latacunga, Ecuador, in der Calle Quito (naehe calle Guayaquil) gibt es das wahrscheinlich weltweit letzte Geschaeft das Kameras repariert, und zwar auch diese kleinen elektrischen zoom-wegwerf-dinger. Um $20 in meinem Fall.

Latacunga ist von der Panamericana aus unscheinbar bis haesslich. Mein Guide doest dort im Auto, die Ladeflaeche des Pickups ist voll beladen mit Bananen: Futter fuer seine Schweine, 5$ die ganze Fuhr. Fuer mindestens 50kg - teuer, meint er.
An der Panamericana verkaufen arme Indigene Fernbedienungen, Schweinekoepfe, Handtuecher, Huehnerkrallen, Schuhe und suesse Popcorn. Je weiter man sich von der Panamericana ins schoene historisch-koloniale Zentrum bewegt umso westlicher, weisser und reicher werden die Leute. Ich gehe mit meiner funktionierenden Kamera zurueck zum Auto, da donnert ein Flugzeug ueber die Stadt dass man glaubt man koennts mit einem Stein abschiessen. Die Start/Landebahn ist 100 Meter vom Stadtzentrum entfernt. Im Ernst: 100 Meter, und die Flugzeuge heben genau ueberm Zentrum ab. Beweis auf Google Maps.


Wenn man von Kindern um Geld und Schokolade angebettelt wird - in dieser Reihenfolge - ist es Zeit den ausgetretenen Lonely-Planet-Pfad zu verlassen. In den Anden ist das ohne Zelt/Schlafsack/Karte/Kompass nicht so leicht, aber auf gehts in die Berge. Mit dabei mein treuer Begleiter, der Wanderstock. Das gefaehrlichste Tier Ecuadors ist definitiv der Hund, und mein Wanderstock ein Hunde-Abwehr-Stock.

Man spaziert auf 4000 Metern zwischen Lamas und Lehmhuetten umher, die kuehnen Gipfel sind Kartoffelaecker und Kuhweiden. Aus einer der Huetten droehnt krasser Techno, vor lauter Staunen doingt mir meine Kamera gegen meinen Wanderstock, das Objektiv steht schraeg weg - kaputt. Egal, so richtig mochte ich die Kamera (Nikon P330) eh nicht, ich gehe weiter. Sobald Nebel aufkommt verlauf ich mich natuerlich, was ich erst kapiere als mich ein Bauer anspricht und der Nebel kurz aufreisst.
Das alles ist weit von Tragik und Gefaehrlichkeit entfernt, die Gegend ist bewohnt, und wenn man nicht ganz dumm ist kann nix passieren. So lange bis der Weg an einer Huette vorbeifuehrt. Dann kommen die bewachenden Hunde angeschossen. Die Taktiken im Ueberblick:
  • Die Indianer-Hundepsychologie-Taktik: Sich buecken, Hand knapp ueber Bodenhoehe mit der Handflaeche nach oben dem Hund entgegenstrecken. Das signalisiert Unterwuerfigkeit. Er wird erstmal zuschnappen, dabei ist essentiell dass man die Hand NICHT zurueckzieht. Locker lassen, genau so stehen bleiben. Dann bleibts beim sanften Zuschnappen bei dem nichts passiert. Angebliche Erfolgsquote: 100 %. Nicht empfohlen fuer Angsthasen und Leuten die ihre Finger moegen.
  • Meine bisherige Taktik: Schnell auf den Boden greifen, der Hund schreckt kurz zurueck bzw. kommt ins Stocken (zumindest das funktioniert immer). Mit der gewonnenen Zeit langsam rueckwaerts gehen und schauen dass man aus seinem Revier rauskommt. Das funktioniert nicht immer weil der Hund teilweise zu schnell wieder in Fahrt kommt.
  • Von Radreisenden empfohlen: Den/Die Hunde anbruellen, ihm aber nicht in die Augen sehen. Stehen bleiben. Wenn vorhanden, Rad zwischen sich und den Hund stellen.
  • Meine neue Taktik: Dem Hund mit dem Wanderstock auf den Kopf dreschen bis er abzieht, oder vom Besitzer zurueckgepfiffen wird. Bisherige Erfolgsquote 100 %. Ein stabiler und nicht zu biegsamer Stock ist ratsam, vorher an Baeumen probieren!
Ich war schon in ein paar Laendern, aber dass ich mich gegen Hunde tatsaechlich und taetlich verteidigen musste ist mir noch nicht passiert. Ich moechte somit meinem Wanderstock meine ewige Dankbarkeit versichern. Ich habe ihn fuer eventuell Beduerftige in den Anden gelassen.

Physisch, psychisch und Hoehenmaessig gestaerkt habe ich danach meinem Guide auf den Cotopaxi raufgeholfen. Allein haetts der Arme nie geschafft und auch so wars eine knappe Sache, der Typ hat schon bei der Anfahrt angefangen zu jammern. Jetzt ist meine beinahe asketische Bergzeit vorbei. Ich sitze 14 Busstunden und 5897 Meter tiefer am Meer und werde mir morgen ein Surfboard kaufen. Beachbreak bei zwei Fuss 15 Sekunden, Offshore am Morgen, optimal zum wieder reinkommen!

Automatisierung (18.02.2014)

Die jährliche Produktivitätssteigerung beträgt circa ein bis zwei Prozent (2. Quelle: Statistisches Bundesamt). Das verdanken wir der Automatisierung: Robotern, Maschinen, Computern, Software. Der Durchschnittsmensch könnte jedes Jahr 1.5 % mehr verdienen, mit Inflation also 3.5 % Gehaltssteigerung haben, oder 1.5 % weniger arbeiten. Die Deutschen arbeiten beispielsweise jährlich um 0,73 % kürzer, verdienen aber (inflationsbereinigt) gleich viel. Berücksichtigt man aber dass die - von der Bevölkerung zu tragende - Staatsverschuldung pro Jahr um ca. 1 % wuchs so bleibt selbst davon nichts mehr übrig. Die Produktivitätssteigerung der letzten zwei Jahrzehnte ist nie bei der Bevölkerung angekommen.

Zu den glimpflichen Folgen dieser massiven Kapitalabschöpfung zählt das Wachstum des Luxusmarkts um jährlich 15.5 Prozent seit 1995, und der Yachtenteppich an der Côte d’Azur. Weniger glimpflich verläuft es wenn dieses Geld Rendite sucht. Weltweit steigende Preise von Nahrungsmitteln, Rohstoffen, Land und Immobilien. Spekulationsblasen, Staatsbankrotts und die Finanzkrise. Der Produktivitätszuwachs der nicht bei der Bevölkerung ankommt verursacht und verstärkt gravierende globale Probleme. Selbst in der ersten Welt gibt es eine breite Unterschicht an working poor und Arbeitslosen die durch immer löchrigere Sozialsysteme fallen.

Schlussfolgerung? Erbschaftssteuer, Bedingungsloses Grundeinkommen, vernünftige Unternehmenssteuern? Keine Ahnung. Aber bei der diesjährigen Europawahl tritt "Europa Anders" an, ein Zusammenschluss der Piraten, dem Wandel und der kommunistischen Partei. Mal sehen wie sich das verträgt, aber eine soziale Linkspolitik mit Netz-Affinität finde ich grundsätzlich sehr unterstützenswert und notwendig. Bis zur Wahl sinds noch drei Monate, genug Zeit um ein wenig mitzuarbeiten!

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