Ecuador - Latacunga (28.03.2014)

Wenn bei einer Kompaktkamera das Objektiv schraeg wegsteht ist sie eher kaputt. Gewalt hat sich in Ecuador bewaehrt, zumindest bei Hunden - bevor ich meine vier Wochen alte Nikon P330 wegwerfe will ich versuchen das Objektiv gradezubiegen. In Latacunga, einem Kaff an der Panamericana, hab ich Zeit und frage herum. Alle Werkstaetten weigern sich das Ding anzufassen, und nach fuenfmal fragen stehe ich vor meinem letzten Versuch. Ich gehe ins Geschaeft, es liegen aufgeschraubte Kameras und Einzelteile herum, Volltreffer. Ich gebe meine Schraubstock-Gewalt-Taktik auf und lasse die Kamera hier waehrend ich auf den Cotopaxi kraxle.
Tags darauf komme ich muede und uebelriechend zurueck ins Geschaeft, das Objektiv ist wieder gerade. In Latacunga, Ecuador, in der Calle Quito (naehe calle Guayaquil) gibt es das wahrscheinlich weltweit letzte Geschaeft das Kameras repariert, und zwar auch diese kleinen elektrischen zoom-wegwerf-dinger. Um $20 in meinem Fall.

Latacunga ist von der Panamericana aus unscheinbar bis haesslich. Mein Guide doest dort im Auto, die Ladeflaeche des Pickups ist voll beladen mit Bananen: Futter fuer seine Schweine, 5$ die ganze Fuhr. Fuer mindestens 50kg - teuer, meint er.
An der Panamericana verkaufen arme Indigene Fernbedienungen, Schweinekoepfe, Handtuecher, Huehnerkrallen, Schuhe und suesse Popcorn. Je weiter man sich von der Panamericana ins schoene historisch-koloniale Zentrum bewegt umso westlicher, weisser und reicher werden die Leute. Ich gehe mit meiner funktionierenden Kamera zurueck zum Auto, da donnert ein Flugzeug ueber die Stadt dass man glaubt man koennts mit einem Stein abschiessen. Die Start/Landebahn ist 100 Meter vom Stadtzentrum entfernt. Im Ernst: 100 Meter, und die Flugzeuge heben genau ueberm Zentrum ab. Beweis auf Google Maps.