Automatisierung (18.02.2014)

Die jährliche Produktivitätssteigerung beträgt circa ein bis zwei Prozent (2. Quelle: Statistisches Bundesamt). Das verdanken wir der Automatisierung: Robotern, Maschinen, Computern, Software. Der Durchschnittsmensch könnte jedes Jahr 1.5 % mehr verdienen, mit Inflation also 3.5 % Gehaltssteigerung haben, oder 1.5 % weniger arbeiten. Die Deutschen arbeiten beispielsweise jährlich um 0,73 % kürzer, verdienen aber (inflationsbereinigt) gleich viel. Berücksichtigt man aber dass die - von der Bevölkerung zu tragende - Staatsverschuldung pro Jahr um ca. 1 % wuchs so bleibt selbst davon nichts mehr übrig. Die Produktivitätssteigerung der letzten zwei Jahrzehnte ist nie bei der Bevölkerung angekommen.

Zu den glimpflichen Folgen dieser massiven Kapitalabschöpfung zählt das Wachstum des Luxusmarkts um jährlich 15.5 Prozent seit 1995, und der Yachtenteppich an der Côte d’Azur. Weniger glimpflich verläuft es wenn dieses Geld Rendite sucht. Weltweit steigende Preise von Nahrungsmitteln, Rohstoffen, Land und Immobilien. Spekulationsblasen, Staatsbankrotts und die Finanzkrise. Der Produktivitätszuwachs der nicht bei der Bevölkerung ankommt verursacht und verstärkt gravierende globale Probleme. Selbst in der ersten Welt gibt es eine breite Unterschicht an working poor und Arbeitslosen die durch immer löchrigere Sozialsysteme fallen.

Schlussfolgerung? Erbschaftssteuer, Bedingungsloses Grundeinkommen, vernünftige Unternehmenssteuern? Keine Ahnung. Aber bei der diesjährigen Europawahl tritt "Europa Anders" an, ein Zusammenschluss der Piraten, dem Wandel und der kommunistischen Partei. Mal sehen wie sich das verträgt, aber eine soziale Linkspolitik mit Netz-Affinität finde ich grundsätzlich sehr unterstützenswert und notwendig. Bis zur Wahl sinds noch drei Monate, genug Zeit um ein wenig mitzuarbeiten!