Australische Pensionen (01.11.2012)

In Australien ist man als Arbeitnehmer verpflichtet einen privaten Pensionsvorsorge-Fonds auszuwählen. In den muss der Arbeitgeber 9 % des Brutto-Gehalts einzahlen. Das sind irgendwelche Investmentfonds ohne jegliche staatliche Garantien. Es kann also sein dass man am Ende eines schlechten Börsenjahres deutlich weniger in seinem Pensionstopf hat - obwohl man das ganze Jahr fleißig eingezahlt hat. Das Ganze ist gesetzlich vorgeschrieben. Zwar gibt es auch Funds die in Bargeld 'investieren', aber man kann sich schon vorstellen was seit 2007 so los ist.

Gibts was dämlicheres als komplett private Pensionsversicherung? Wenn selbst 'Profis' nicht besser sind als Affen die Dartpfeile auf Kursblätter werfen, wie soll dann irgendeine Frisörin (Klischée ahoi) Investitions-Entscheidungen treffen die ihre Zukunft ruinieren können?

Wenn der ganze Staat libertär wäre könnte man das ja mit Konsequenz argumentieren. Aber davon ist Australien weit entfernt. Gestern hat ein Polizist das Auto angehalten um zu kontrollieren ob ich angeschnallt bin. (YES, SIR!)

Anderes Thema: Australien will löblicherweise NGOs einen steuerlichen Vorteil verschaffen, damit sie mit ihrem limitierten Budget Fachkräfte anwerben können. Eine niedrigere Einkommensteuer zu verrechnen wäre zu naheliegend. Also haben sie ein System hochgezogen das den administrativen Aufwand vervielfacht. Was ich als Selbständiger in Österreich wegen der Pauschalierung nicht musste - alle Rechnungen aufheben - das muss ich hier als Angestellter einer NGO machen. Übrigens kann ich da irgendwelche Rechnungen nehmen, egal ob ich tonnenweise Natronlauge oder Gewehre kaufe, oder einem Wildfremden ein Auto schenke - alles absetzbar. Australien scheint auch eine kräftige Steuerberater/Buchhalter-Lobby zu haben. Oder unfähige Politiker.