Schicksal (16.10.2012)

Winter 2006, Peking, Tian'anmen-Platz, es ist bewölkt und kalt. Zwei junge Reisende trotten übel gelaunt umher. Er gefällt ihnen nicht, dieser Platz des himmlischen Friedens. So wie Peking im Allgemeinen: Abweisend und kalt. Die Peking-Enten sind teuer und schmecken schlechter als daheim. Wachen mit schweren Mänteln und Gewehren stehen umher, am Vorabend hat es geschneit. Mao Zedong, Diktator und Massenmörder, grinst naiv wie ein Berner Sennenhund von seinem himmlisch-friedlichen Tor herab.

Mike, Happiness, Australia. Vielleicht. Ein Chinese, unbewaffnet, spricht die beiden an. What's your name, where are you from.
"From Austria."
"Ah, Australia!"
"No, Austria, in Europe"
"I know, Australia!"
"Austria. Vienna, Mozart, Falco, Maier .."
"Yes, Beautiful!"
".."
Er lädt sie in ein Kalligraphie-Museum ein, das sich als größerer Raum mit einer Hand voll Zeichnungen an den Wänden entpuppt. Der Chinese zeichnet etwas vor - und will es ihnen verkaufen. Die Reisenden, zwei Brüder, sind an Touristenfallen gewöhnt und weigern sich. Er schenkt ihnen die Zeichnungen - die Touristenfalle war vielleicht doch keine. Was das Geschriebene denn bedeute?
"Mike, Happiness, Australia!"

Ein Wink des Schicksals also. Happiness, wieso ausgerechnet am anderen Ende der Welt? Hm, ich muss es herausfinden. Schicksal an das ich nicht glaube, und Mensch aus Peking dem ich misstraute, ich begebe mich in eure Obhut.

Und in die meiner australischen Krankenversicherung. Zähne und Psyche sind nicht versichert, Medikamente und Physiotherapie muss ich selbst bezahlen. Aber im Falle eines Falles wird meine Urne gratis nach Österreich geflogen.