Alte Männer, die auf ihrem Sicherheitspolster an Ansehen und Altersvorsorge sitzen, plagt das schlechte Gewissen. Europa geht politisch und wirtschaftlich vor die Hunde. Sie haben Angst vor den Fragen ihrer Enkel. Davor, keine Antwort auf "Und was hast du gemacht um das zu verhindern?" zu haben.

Darum engagieren sie sich jetzt. "Die Politik ist furchtbar! Man muss etwas tun!", sagen sie. Man... wer? Die Jungen am Besten! Die Jugend soll sich um ihre Zukunft kümmern, sie gehört ja ihnen. Mit diesen elektronischen Medien, Facebook, Twitter, sollen sie die Welt zu einem besseren Ort machen. Der arabische Frühling beweist das ja! Man postet etwas auf Twitter, und schwupps - Weltfrieden. Keine Toten, keine Scharia, keine Unterdrückung oder Inhaftierungen!

Die Jungen haben zu viele Sorgen, und zu wenig Zeit. Sie leben in einer Welt ohne Sicherheit, in der sie in eine Altersvorsorge einbezahlen von der sie wahrscheinlich niemals etwas sehen werden. In einer Welt ohne Kündigungsschutz, in der auf Praktikums- oder Projekt-Basis gearbeitet wird. Dank Selbständigkeit ohne Arbeitslosenversicherung. In einer Welt, in der das politische System dermaßen festgefahren ist, dass jede politische Aktivität lächerlich erscheint. Wählen? Ein Witz. Volksbegehren unterschreiben? Sei einer von sechs Prozent: das Parlament wird sich eine Viertelstunde der Tageszeitung widmen, während deine Anliegen vorgebracht werden. Werde radikaler! Demonstriere, schreie, wütend, mutig! So wie die Tierschützer, und lass' dir dein Leben vom Polizeistaat Österreich ruinieren: 3 Monate in U-Haft, Job los, dafür 100.000 Euro Prozesskosten.

Was haben die Alten gemacht als sie jung waren? Was haben sie gemacht, um die derzeitige Misere zu verhindern? Wieso sollen sich abermals diejenigen zurücklehnen, die mit Wohlstand, Sicherheit und Zeit gesegnet sind? Die uns Jungen 78 % Staatsverschuldung aufgehäuft haben?

Die neuen Medien kann jeder benutzen. Aber Internet surfen verändert die Welt nicht, man muss die Dinge anpacken, egal ob im virtuellen oder realen Raum. Wir Jungen sind eine kleine Minderheit. Wenn uns niemand unterstützt, wenn wir irgendwo resignierend Schilder in die Höhe halten, dann ändert sich nichts. Jeder muss mitmachen.