Teneriffa & Dollar (14.04.2011)

Ich hab jetzt endlich Flugtickets gekauft. In knappen 2 Wochen bin ich dann wieder mal in Österreich.

Während ich mein Inselleben ausklingen lasse, werden die Weichen für den Untergang des Dollars gestellt.
Erstens: Pimco, der weltgrößte Anleihen-Fonds, kauft keine US-Anleihen mehr. Stattdessen wettet er jetzt gegen den US-Dollar. Grund: die enorme Verschuldung, schlechte Wirtschaft, hohe Inflation , zu geringe Zinsen. Die USA können aber nix machen: Wenn sie die Zinsen anheben geht ihre Wirtschaft endgültig in die Knie. Sie können nur hoffen, dass das jetzt keine großen Wellen schlägt, und der Dollar still und heimlich eine krasse Inflation durchmacht, und alle die US-Staatsanleihen haben die Angeschmierten sind. Und sich, während das passiert, die US-Wirtschaft erholt.

Um das klar auszudrücken: Die USA stehen den Griechen um überhaupt nichts nach. Sie haben lediglich mehr militärische und wirtschaftliche Macht, um - seit Jahrzehnten - ihre Schulden anderen Ländern in die Schuhe zu schieben. Aber sie übertreibens, und ihre Macht nimmt ab. Ihre Wirtschaft kommt und kommt einfach nicht in Schwung.

Und zweitens sagen heute die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika), dass sie künftig Kredite nicht mehr in US-Dollar sondern in eigener Währung vergeben wollen. Das ist nicht nur ein politischer Angriff auf die USA. Das verringert direkt die Nachfrage nach dem Dollar, und wird ihn weiter drücken.
Es sieht so aus, als ob der Dollar das Rennen in den Abgrund gewinnt. Die EU unternimmt zumindest halbherzige Versuche, den Euro stabil zu halten. Man darf gespannt sein wie's weiter geht.

Derzeit hat die USA ein Haushaltsdefizit von ca. 10 % pro Jahr, und ist gesamt bei knapp 100 % des BIP. Europa ist bei 7-8 % pro Jahr und 74 % Gesamtverschuldung. Im Vergleich zu den USA exportiert Europa aber noch einiges, sprich, ist international wettbewerbsfähiger, der Wirtschaft gehts besser. Falls Öl deutlich teurer wird - was anzunehmen ist, Stichwort Peak Oil - dann exportieren die USA gar nichts mehr. Die Autoindustrie können sie dann komplett abschreiben, und Flugzeuge werden sie dann auch weniger verkaufen. Sonst gibts da bis auf ein paar Silicon-Valley Unternehmen, die in China produzieren, nicht mehr viel. Ich hab grade keine genaue Aufstellung zur Hand, aber das Handelsbilanz-Defizit ist ebenfalls rekordverdächtig.

*update*
S&P stuft die USA erstmals von "AAA mit positiver Aussicht" auf "AAA mit negativer Aussicht" herunter.