Surfer-Style (30.03.2011)

Ein gravierendes Problem jeden Surfers ist, dass man im Alltag überhaupt nicht merkt wenn man einen verwegenen Wellenreiter vor sich hat. Um diesen Mißstand zu beseitigen gibt es diverse Strategien. Eher unpraktisch ist, das Board mit sich herumzuschleppen, vor allem in Ländern ohne Meeranschluss. Besser ist da schon, es ins Wohnzimmer an die Wand zu nageln - aber nicht jeder kriegt das dann mit! Darum ist das Tragen von Surfer-Marken die verbreitetste Alternative. Caps und Shirts von Billabong & Co. - den ganzen Scheiss, den jeder Halbwüchsige zum Eis essen anzieht. Solche Firmen sponsorn bekanntlich die wildesten Surfer, und geben daher jedem zwischen Pubertät und Midlife-Crisis einen wilden Touch. Diesen Winter sind übrigens wieder zwei Big-Wave Surfer draufgegangen. Die Sache funktioniert aber nicht so richtig: Jeder Dahergelaufene kann Surf-Marken tragen (um mit ihnen SMS schreibend beim Friseur zu sitzen). Kletterer habens einfacher, die allerbesten von ihnen erkennt man an Karabiner-Schlüsselanhängern in Kombination mit Muskel-Shirts. Ich für meinen Teil habe mir jetzt eine Kelly-Slater-Frisur zugelegt. Bei Wind überraschend zugig, bei Sonne überraschend heiß - aber ein wildes Erscheinungsbild gibts halt nicht umsonst.
Gefragt nach dem Zweck von Surf-Marken wird einen der informierte Surfer darauf hinweisen, dass man damit die Umwelt schützt. Da geht nämlich das ein oder andere Prozent des Erlöses an irgendwelche Rettet-die-Meere Organisationen. Diese versuchen, das was man durch T-Shirts aus USA-Baumwolle, genäht in China und verkauft in Europa so anrichtet, wieder irgendwie hinzubiegen. Weltverbesserung durch Konsum...? Da könnte ja jeder daherkommen!

*update*
Der hiesige Surf-Club macht auch Strand-Säuberungs-Aktionen. Das muss man der Fairness halber erwähnen.